Obernkirchen

„Stadt soll nicht auf LED-Technik warten“

LED im Kleinen. Foto: mld

Obernkirchen (mld). Weniger Strom verbrauchen, weniger Geld bezahlen müssen – und das natürlich bei gleicher Leistung: Die Stadt Obernkirchen überlegt, wie sie ihre Straßen anders beleuchten kann, und möchte dafür langfristig auf LED umrüsten. Auch der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt hat darüber beraten und sich darauf geeinigt, nach und nach, sozusagen Kreuzung für Kreuzung, auf die neue Technik umzurüsten. Anderes könnte sich die Stadt momentan wohl auch nicht leisten.

„Der begrenzende Faktor ist eindeutig das Geld“, formulierte es Dirk Rodenbeck (CDU). Erst nach und nach könne die Stadt in die neue, energiesparende Technik investieren.

Die Investition müsse die Stadt wohl über Kredit finanzieren, sagte Bürgermeister Oliver Schäfer (SPD). Eventuell könnte es für die Umrüstung auch Förderung geben, da durch die LED-Technik Energie gespart wird: „Vielleicht bekommen wir hundertprozentige Förderung für eine Straße.“ Nur, mahnte er an: So lange die Stadt die alten Quecksilberdampflampen behalte, habe sie auch noch die alten Energiekosten.

Doch: LED-Lampen haben auch Nachteile, wie Caterin Kniffka vom Fachbereich III für Bau, Planung und Umwelt aufzählte: Die Leuchtdioden sind meist von einem Gehäuse aus Kunststoff oder Kunstharz in Form einer Linse umgeben – das bündelt das Licht und würde, in einer Straßenlampe eingesetzt, nur einen kleinen Bereich des Gehweges beleuchten. Oftmals seien LED-Lampen außerdem zu hell – man müsse sich auf eine Lumenzahl einigen, so Thomas Stübke (Grüne).

Die LED-Technik stehe in ihrer Entwicklung erst ganz am Anfang – „das ist wie mit den DVDs“, so Schäfer – die Ausrüstung sei erst zu teuer gewesen, heute könne sie sich jeder leisten.

Eine mögliche Zwischenlösung: sogenannte Natriumdampflampen. „Sie könnten die benötigte Wattzahl halbieren“, so Kniffka.

Bei der Natriumdampflampe entsteht Licht durch die Gasentladung von Natrium. Sie sind energiesparend und erzeugen weniger Wärme als zum Beispiel Quecksilberdampflampen, allerdings ist ihre Entsorgung schwieriger.

Die durchschnittliche Lebensdauer beträgt 30 000 Betriebsstunden, also knapp vier Jahre. Eine normale Straßenlampe hält rund 4000, eine LED-Lampe bis zu 50 000 Betriebsstunden.

Als „nicht zielführend“ bezeichnete Stübke die Zwischenlösung der Natriumdampflampen, sondern sprach sich für eine „großflächige“ Verbreitung von LED in Straßen und öffentlichen Gebäuden aus. „Natürlich schaffen wir das nicht sofort“, wiegelte Stübke ab. Doch die Stadt solle anfangen und für die Umrüstung eine „Strategie“ entwickeln.

Doch die LED-Technik werde ständig weiterentwickelt: „Später werden wir weniger Probleme damit haben.“ Die Entwicklung abwarten – das fand den Konsens der übrigen Ausschussmitglieder.

An manchen Knotenpunkten in der Stadt würde die Beleuchtung noch viel zu viel Strom verbrauchen, so Kniffka. Daran solle gearbeitet werden – und dazu solle die Stadt „nicht auf LED warten“.

Artikel vom 05.03.2010 - 23.00 Uhr
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