Obernkirchen
Es wandern die Steine und BücherEs regnet junge Hunde: Trotz des Wetters geht die gute Laune beim Arbeiten auf dem Kirchplatz nicht verloren. Foto: rnk
Obernkirchen (rnk). Draußen tobte Regentief Cathleen mit mächtiger Wucht, drinnen gab es im Rahmen des Erntefestes Kaffee und Kuchen: Beim Seniorennachmittag der Stadt Obernkirchen hatten sich über 180 Bergstädter angemeldet – eine Steigerung um fast 50 Prozent. Ortsbürgermeister An-dreas Hofmann wertete dies durchaus als Zeichen, dass die Senioren sich dem Erntefest und der ausrichtenden Dorfjugend verbunden fühlen würden.
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Auch wenn das Wetter alles andere als schön war: Ein Hauch von Symposium zog am Wochenende über den Kirchplatz. Rolf-Bernd de Groot hatte die Idee, eine Bauhütte zum Schaumburger Frieden zu initiieren und alle anderen Städte des Städtebundes wollten dann auch dabei sein. So ist die mobile Bauhütte entstanden. Bearbeitet wurde dabei von Kultur-Bildhauer Kai Lölke, eine Säule, die schon aus einer anderen Aktion in Stadthagen, den Tagen der Weserrenaissance 2009, bekannt war. Sie eignete sich natürlich ideal, da erst nur ein Teil bearbeitet war.
Lölke: „So haben wir jetzt in Bückeburg, Rinteln, Stadthagen und Obernkirchen versucht, jeweils drei Elemente aus den jeweiligen Orten auf der Säule zu verewigen.“ Die Säule soll den Städtebund symbolisieren und wird neutral wahrscheinlich an der Schaumburg aufgestellt werden. Parallel fand jedes Mal ein Workshop für rund zehn bis 15 Lernbegierige statt. Die Idee war auch, dieses in Schaumburg traditionsbehaftete Handwerk zu würdigen und – etwas symbolisch– eine neue Steinhauergeneration auszubilden. Alles in allem, so Lölke am Abend des dritten Tages auf dem Kirchplatz, sei es „eine nette Aktion mit tollen Ergebnissen im Workshop und auf der Säule sowie mit viel Kontakt mit interessierten Besuchern“ gewesen. Fast wie beim Symposium eben.
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Zu Beginn des Jahres wurde im Eingangsbereich der Kindertagessstätte Kleistring ein Regal eingerichtet, das als Karussell für Bücher, Spiele und DVDs dient. Jeder darf stöbern und ein Buch oder Spiel mitnehmen. Neue Bücher und Spiele nachzulegen, ist ausdrücklich erwünscht. Das Karussell ist damit eine Form des Büchertauschs und nennt sich „Bookcrossing“ – eine weltweite Bewegung zur kostenlosen Weitergabe von Büchern im öffentlichen Straßenraum. „Wir möchten diese Idee aufgreifen und noch um Spiele oder Puzzles erweitern“ erklärt Leiterin Maren Witte.
Die Regeln sind einfach: Man kann Bücher und vollständige Spiele in das Regal legen. Neben Kinder- und Jugendbüchern können auch Bücher für Erwachsene und Sachbücher mitgebracht werden.Man kann sich ein Buch oder Spiel mitnehmen – und behalten oder nach Gebrauch wieder zurücklegen. „Das Projekt“, erklärt Witte, „wird von den Familien gut angenommen – einige gucken beinahe täglich, ob’s etwas Neues gibt. Wir brauchen aber dringend Kinder- und Jugendbücher und freuen uns über Spenden.“