Obernkirchen

„Dorniger Weg“ bis zur Bad-Genossenschaft

Obernkirchen (mld). Ein „dorniger Weg“, sagte Wolfgang Hein, Vorsitzender des Sonnenbrinkbad-Fördervereins, ein dorniger Weg würde es sein, bis das geplante Gesellschaftsmodell das Sonnenbrinkbad tragen könne – „und durch den Tod von Rosemarie Fichtner sind noch ein paar Dornen dazugekommen“, so Hein auf der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Obernkirchen am Freitagabend.

Vor den Genossen legte er den aktuellen Stand des Bades dar: Was es jetzt vor allem braucht, sind Helfer. Und Geld.

Bei „320 000 bis 340 000 Euro Gesamtkosten“ für die neue Wärmeversorgung würden momentan noch „160 000 bis 170 000 Euro“ fehlen. Denn auch wenn das Blockheizkraftwerk (BHKW), das das Wasser im Becken wieder auf angenehme Temperaturen hochheizen soll, bereits vom Förderverein angeschafft wurde und fertig zur Installation auf dem Parkplatz des Freibads steht: Das BHKW wird mehr Wärme und wesentlich mehr Strom verbrauchen, als das Bad gebrauchen kann.

Während die Wärme zur Not in die Luft geleitet werden könne, so Hein, könnte mit dem überschüssigen Strom auch Geld verdient werden, wenn er ins Stromnetz gespeist werden kann. Das Problem, so Hein: Zwar verpflichte das Erneuerbare-Energien-Gesetz die Stromanbieter dazu, ökologisch produzierten Strom ins Netz zu nehmen, allerdings sage es nichts darüber, wie es den Weg dahin bewältigen soll.

In unmittelbarer Nähe des BHKW-Standortes gebe es keinen Trafo, so Hein, um den Strom einzuspeisen, also müsse wohl ein Trafo gebaut werden – der Verein stehe bereits in Verhandlungen mit E.on. Zu den Kosten für den Trafo kämen noch die Kosten für das Nachrüsten des BHKW, für die Trassendeckung und die Badabdeckung.

„Ein Teil davon wird der Badegast mittragen müssen“, kündigte Hein an – und ein Teil davon Bürger durch die Genossenschaft, die der Förderverein nach Heins Angaben bald gründen möchte. Laut dem Gesellschaftsmodell, nach dem sich der Förderverein umstrukturieren möchte (wir berichteten), würden Kommune, Privatwirtschaft und Bürger das Bad finanziell tragen.

Etwa 105 000 Euro habe die Stadt Obernkirchen insgesamt in Aussicht gestellt, was Hein als „außerordentlich positiv“ bezeichnete. Und auch der Verkauf der Anteilsscheine über die Bürger laufe an.

Wer Anteilseigner am Bad werden möchte, kann Scheine im Wert von 100 Euro erwerben – „70 000 bis 100 000 Euro könnten so zusammenkommen“, schätzte Hein – auch wenn „andere da optimistischer rechnen.“

Hein betonte: Nicht nur Obernkirchener seien dazu aufgerufen, Anteile zu erwerben und damit die Zukunft des Bades zu sichern, auch Bürger umliegender Gemeinden könnten sich beteiligen. Eine Umfrage habe vor einiger Zeit ergeben, dass etwa 49 Prozent aller Sonnenbrinkbad-Besucher keine Obernkirchener seien.

Viele kämen zum Beispiel aus der Samtgemeinde Nienstädt – und die habe sich bereits an den internen Vorbereitungstreffen des Fördervereins beteiligt.

Ein Positivbeispiel: Einen ähnlichen Fall gebe es in Bad Gandersheim, das sein Bad ebenfalls durch die Gründung einer Genossenschaft aufrechterhalten will. Hier seien „in kürzester Zeit Anteilsscheine im Wert von 90 000 Euro“ verkauft worden, schilderte Hein.

Der SPD-Ortsverein wolle „ein Zeichen setzen“, so der stellvertretende Vorsitzende Manfred Eßmann, und fünf Anteile kaufen. Ob denn das Bad wieder wie gewohnt öffnen werde, fragte Parteimitglied Knut Mevert. Hein hatte gute Nachrichten: Das Bad werde am 15., „spätestens am 20. April“ seine Tore für die neue Badesaison öffnen.

So soll es auch in diesem Jahr wieder sein: Besucher des Sonnenbrinkbads schwimmen in angenehm temperierten Wasser. Doch bis ein neues Modell das Bad tragen kann, fehlt noch Geld.

Foto: Archiv/rnk

Artikel vom 07.03.2010 - 23.00 Uhr
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