Obernkirchen

Auch Ortsverein leidet unter SPD-„Wahlklatsche“

Der wiedergewählte SPD-Vorstand: Sandra Schäfer, Klaus Luersen (v.l.), Thomas Hoheisel und Manfred Eßmann. Foto: mld

Obernkirchen (mld). Berlin ist von Obernkirchen eigentlich recht weit weg. Doch in den Wochen nach der Bundestagswahl hat der SPD-Ortsverein die Folgen des schlechten Abschneidens der Sozialdemokraten direkt zu spüren bekommen: Sechs Austritte in den Wochen nach der Wahl, „das ist schon viel“, sagte Vorsitzender Thomas Hoheisel auf der Jahresversammlung des Ortsvereins am Freitagabend im Restaurant „Rhodos“.

Die SPD habe bei der Europawahl im Juni und der Bundestagswahl „zwei böse Klatschen“ erlitten – bei der Europawahl gab es für die SPD in Obernkirchen rund 35, bei der Bundestagswahl immerhin rund 45 Prozent – was aber immer noch zehn Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Wahl bedeuteten. „Das war hoffentlich nur ein Betriebsunfall“, äußerte Hoheisel seine Hoffnung auf bessere Ergebnisse.

Der Mitgliederstand des Ortsvereins betrage jetzt 102 – „wie wir aufhalten können, dass es weniger werden, weiß ich selbst nicht“, zeigte sich der Vorsitzende ratlos.

Doch das liege „nicht an uns in Obernkirchen“, so Hoheisel, und nutzte die Gelegenheit um zu erinnern: „Es gibt viele Gründe, in der SPD zu sein, auch wenn man nicht nach Berlin guckt.“ Die SPD Obernkirchen besetze viele Vorstände vor Ort, zum Beispiel in den Sportvereinen.

Er ermunterte die versammelten Mitglieder, wählen zu gehen – auch bei einer Bundestags- oder Europawahl könne man „lokal etwas erreichen“. So habe Erika Mann im letzten Jahr Hilfe für das Sonnenbrinkbad versprochen, solle sie ins Europaparlament gewählt werden – letztlich zogen 23 Genossen ins Parlament – Mann aber hatte den 24. Listenplatz.

Auf der Versammlung wurde auch gewählt: Thomas Hoheisel ist im Amt einstimmig bestätigt worden. Seine Stellvertreter sind Manfred Eßmann und Erhard Vinke, Schatzmeister bleibt Klaus Luersen, Schriftführerin bleibt Sandra Schäfer. Hoheisel ist bereits im letzten Jahr zum Vorsitzenden gewählt worden, die Wahl am Freitagabend galt pro forma, um die Wahlen für alle Ämter wieder an denselben Terminen abhalten zu können.

Artikel vom 08.03.2010 - 23.00 Uhr
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