Nienstädt / Seeprovinz
Jubiläum: Levesen wird 750 Jahre altLevesen (gus). Nicht nur die Freiwillige Feuerwehr in Levesen feiert in diesem Jahr einen runden „Geburtstag“. Auch der Ort selber „nullt“ in 2010. Während die Brandschutzfachleute erst auf eine 60-jährige Geschichte zurückblicken, wird Levesen stattliche 750 Jahre alt. Für Freitag, 4. Juni, bis Sonntag, 6. Juni, planen die Gemeinde Hespe und die Leveser Feuerwehr eine gemeinsame Feier beider Anlässe.
Verbrieft sind die 750 Jahre Ortsbestehen jedoch eigentlich nicht. Wie bei Ortsjubiläen üblich, bildet die erste urkundliche Erwähnung des Dorfs den Referenzpunkt, an dem das 750-jährige Bestehen festgemacht wird. Diese datiert Gudrun Husmeier in ihrem Buch „Geschichtliches Ortsverzeichnis für Schaumburg“ in die Zeit „um 1260“. Seinerzeit wurde das heutige Levesen als Lezeshusen in einem Schriftstück erwähnt.
Husmeier gibt als ihre Quelle wiederum Wilfried Dammeyers „Der Grundbesitz des Mindener Domkapitels“ aus dem Jahr 1957 an. Darin ist auf Seite 178 das besagte „Lezeshusen“ aufgelistet. Dammeyer hat seine Informationen aus dem Landesarchiv Nordrhein-Westfalen und führt die Einkünfte des Propsteigutes, der Obödienzen und der Domküsterei auf. Alle diese Informationen hat Hendrik Weingarten vom Niedersächsischen Staatsarchiv in Bückeburg der Gemeindeverwaltung von Hespe auf Anfrage mitgeteilt.
„Levesen kann also nach gegenwärtigem Kenntnisstand mit gutem Grund das 750-jährige Jubiläum der Ersterwähnung feiern“, schließt Weingarten. Und dies tut der Ort nun also im kommenden Juni. Da die Feuerwehr diesen Termin bereits für ihr Fest zum 60-jährigen Bestehen ausgesucht hatte, soll nun quasi „draufgesattelt“ werden. Bei der Feier organisiert die Gemeinde einen Seniorennachmittag im Festzelt. Dafür gewährt sie der Feuerwehr einen Zuschuss von 1000 Euro.
„Große Steine haben wir genug“
Als bleibende Erinnerung an die 750-Jahr-Feier plant die Gemeinde Hespe außerdem, einen großen Sandstein mit der Aufschrift „750 Jahre Levesen 1260 bis 2010“ am Baum an der Einfahrt zum Mühlenweg zu platzieren. „Große Steine haben wir genug“, sagt Bürgermeister Werner Vehling. Allerdings werde das Beschriften etwas knifflig. Dies müsse die ausgewählte Firma wohl an Ort und Stelle in Levesen erledigen, da ein Stein der avisierten Größe wohl kaum in eine Werkstatt passe.