Nienstädt / Seeprovinz
Die Photovoltaikanlage kommt – fragt sich nur, wann?Samtgemeinde Sachsenhagen (jpw). Eine Photovoltaik-Anlage für die Samtgemeinde Sachsenhagen steht seit mehreren Jahren auf der Agenda der Fraktionen des Samtgemeinderates und der Samtgemeindeverwaltung. 70 000 Euro waren dafür bereits im Etat eingestellt. Bisher ist allerdings noch nirgendwo ein Projekt verwirklicht. Samtgemeindebürgermeister Arthur Adam und der Sprecher der CDU/WGS-Mehrheitsgruppe, Heiko Bothe, schieben einander dafür gegenseitig die Schuld zu.
Er habe auftragsgemäß die infrage kommenden Standorte auf den Gebäuden der Samtgemeinde Sachsenhagen überprüfen lassen, sagte Adam auf Anfrage. „Danach ist nichts mehr gekommen.“
Für Adam ist klar, dass eine Photovoltaikanlage „auf Dauer die Stromrechnung der Samtgemeinde entlasten muss.“
Demgegenüber betont Bothe, er habe nie eine Auswahl bekommen und auch nie eine Stellungnahme dazu gesehen, was zum Beispiel e.on zu einer solchen Anlage sagen würde.
Unbestritten ist, dass die Summe von 70 000 Euro noch unangetastet im Haushalt stand, als der Auhäger SPD-Samtgemeinderatsherr Dierk Richstein den Vorschlag einbrachte, das Projekt einer Fotovoltaikanlage für die Samtgemeinde erst einmal zurückzustellen. Das Geld solle lieber für die Gegenfinanzierung der damals noch in der Höhe unbekannten Kosten für die DSL-Versorgung verwandt werden.
Darauf einigten sich die Mitglieder des Samtgemeinderates. Inzwischen ist bekannt, dass die DSL-Ausgaben wohl zwischen 24 000 und 33 000 Euro liegen werden. Bothe berichtet, dass seine Mehrheitsgruppe einen Antrag gestellt hat, zu prüfen, ob die statischen Voraussetzungen für eine Anlage auf dem Dach des Bauhofs gegeben sind.
„Der Samtgemeindebürgermeister hat darauf noch keine Antwort“, sagt Bothe. „Wir könnten das über den Eigenbetrieb finanzieren“ und daran den Bauhof und die Kläranlage anschließen, meint er. Das restliche Geld aus dem Samtgemeindehaushalt werde dafür nicht benötigt.
Sollte der Standort Bauhof nicht funktionieren, so wolle man „den besten Standort auswählen“, meint der CDU-WGS-Gruppensprecher, und auch prüfen, ob eine „Bürgeranlage“ möglich werde. „Die CDU wollte sich damals nicht entscheiden“, unterstreicht Adam und weist in diesem Zusammenhang auf die Förderung privater Solar- und Photovoltaikanlagen mit bis zu 400 Euro pro Anlage hin, die in den Jahren 2007 und 2009 bestanden habe und von der Mehrheit der CDU-/WGS-Gruppe gegen die Stimmen von Rot-Grün „gekippt“ worden sei.
„Diese Förderung habe innerhalb von zwei Jahren Investitionen von rund einer Million Euro ausgelöst“, meint der Samtgemeindebürgermeister.