Landkreis

Neue Brennelemente – Atomkraftgegner mobilisieren

Brennelementetausch im Atomkraftwerk Grohnde. In Kürze ist es wieder soweit. Foto: AKW Grohnde

Hameln-Pyrmont (mafi). Die heimischen Atomkraftgegner sind elektrisiert: Ende März werden nach Auskunft von E.on Kernkraft acht frische Brennelemente von Schweden aus in das Atomkraftwerk Grohnde gebracht.

Nachdem das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) den See- und Landtransport genehmigt hat, verlangt das Anti-Atom-Plenum Weserbergland von dem Kraftwerksbetreiber sowie von Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte Aufklärung über die Details. Mit einer Mahnwache heute ab 14.30 Uhr vor der Sitzung des Hameln-Pyrmonter Kreistags in der Handelslehranstalt in Hameln soll entsprechend Druck gemacht werden. Butte kündigte an, sich in der Versammlung zu dem Thema äußern zu wollen. Dem Kreistag liegt ein Antrag der Linken gegen den geplanten Transport von Mox-Brennelementen aus dem britischen Atomkomplex Sellafield vor.

Die Atomkraftgegner wollen nun vor allem erklärt haben, ob es sich bei der Fracht aus dem schwedischen Västerås um plutoniumhaltige und damit strahlungsintensivere Mox-Brennelemente aus der Wiederaufarbeitung oder um neue Uran-Brennelemente handelt. Außerdem solle mitgeteilt werden, welches Schiff und welche Häfen benutzt werden, sagt Forumsvertreterin Britta Kellermann.

Die Sprecherin von E.on Kernkraft, Susanne Uhlmann, betonte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, es handele sich um einen „normalen Transport zur Brennstoffversorgung“. Er sei zwar genehmigungspflichtig, weil aber die Elemente nicht aktiviert seien, könnte man sie laut Uhlmann sogar gefahrlos anfassen. Dennoch seien die Teile in einem speziellen Transportbehälter verstaut, der nach den Vorgaben des BfS auch Unfälle aushalten soll. Die Genehmigung für bis zu zwei Transporte von der Atomanlage des Unternehmens Westinghouse Electric Sweden AB nach Grohnde ist bis Ende Juli befristet. Laut einer vom BfS veröffentlichen Liste sind im Januar bereits vier Uran-Brennelemente-Transporte aus Lingen in das Atomkraftwerk Grohnde gegangen. Das Anti-Atom-Plenum hält dies wegen der winterlichen Straßenverhältnissen für unverantwortlich.

Das BfS erklärt im Zusammenhang mit den angekündigten Mox-Transporten: „Route und Zeitpunkt werden zwischen dem vom Energieversorger beauftragten Transporteur und der Landespolizei abgestimmt.“ Während die Polizei den Transport absichere, prüfe das Bundesamt, ob der Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung gewährleistet ist. Sofern alle Genehmigungsvoraussetzungen vorliegen, müsse das BfS den Transportantrag genehmigen.

Hinweis: Auf unserer morgigen „Hintergrund“-Seite lesen Sie, wie man per Google Earth Atomtransporte am Computerbildschirm verfolgen.

Artikel vom 08.03.2010 - 23.00 Uhr
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