Landkreis
Landrat und Bürgermeister enttäuscht: Kein unmittelbarer Einfluss auf geplanten StellenabbauDie angekündigten Entlassungspläne von Faurecia lösen auch in Stadt- und Kreisverwaltung Betroffenheit und Sorge aus.
Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier beurteilt die drohenden Kündigungen als „fast eine Katastrophe“. Ein Stellenabbau habe sich in der Vergangenheit zwar bereits angedeutet, „aber nicht in dieser Größenordnung“, so der Landrat. Er sieht in den angekündigten Entlassungen „immense Auswirkungen“, die über den Betrieb hinausgehen und „bedrohlich für das gesamte Wirtschaftsgeschehen in der Region sind“.
„Wir stellen uns natürlich auf die Seite der betroffenen Arbeitnehmer“, sagt Schöttelndreier mit Nachdruck. Sollte es bei den Entlassungen bleiben, was er für wahrscheinlich hält, werde der Landkreis gemeinsam mit der Stadt dafür Sorge tragen, die Auswirkungen zu mildern und die Betroffenen nicht allein lassen.
Man werde sich darum kümmern, dass die Betroffenen in andere Arbeitsplätze übergeleitet werden und sich bei Bedarf weiterqualifizieren können. „Wenn dies nicht ausreicht, werden Sozialpläne greifen“, so der Landrat. Zudem werde er nun umso mehr einfordern, dass der Enwicklungsstandort in Zukunft auch tatsächlich erhalten bleibe.
Außer die Folgen in einem begrenzten Rahmen zu bekämpfen, könne der Landkreis jedoch keinen unmittelbaren Einfluss auf eine solche „global gesteuerte Entscheidung“ nehmen. „Da würden wir nur falsche Hoffnungen wecken“, bemerkt Schöttelndreier.
Darüber hinaus stellt der Landrat die Frage in den Raum, ob die Firma VW als einer der Hauptauftraggeber den Kündigungen mit einem höheren Nachfragepotenzial nicht hätte entgegensteuern können. Ob eine Auftragsverlagerung im Vorfeld Einfluss auf das Geschehen hätte nehmen können, „das kann ich freilich nicht beurteilen“, betont Schöttelndreier.
Bürgermeister Bernd Hellmann zeigt sich ebenfalls enttäuscht. „Wir haben hier in Stadthagen gute Rahmenbedingungen für die Firmen geschaffen“, so der Bürgermeister.“ Seit Jahren habe man die Geschäftsführung von Faurecia mit „immer guten Gesprächen“ in Dingen wie Planungsangelegenheiten unterstützt. Den aktuellen Ereignissen habe man leider nichts entgegenzusetzen. „Es ist bitter“, sagt Bernd Hellmann.
Auch in Zukunft wolle man „alles, was möglich ist“ tun, um das Umfeld für die Mitarbeiter bestmöglich zu gestalten. „Aber auf Unternehmerentscheidungen, die in Frankreich getroffen werden, kann die Stadt selbst keinen Einfluss nehmen“, lautet Hellmanns nach eigener Aussage realistische Einschätzung. Mit Blick auf die Zukunft hege er die Erwartung, dass die angekündigten Investitionen auch tatsächlich durchgeführt werden, damit die restlichen sowie weitere Arbeitsplätze langfristig gesichert seien.
Martin Wrede, Leiter der Stadthäger Geschäftsstelle der IHK, wollte sich in Bezug auf die drohenden Kündigungen nicht äußern. kil
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