Landkreis
Bei Integration „einer der Leuchttürme Niedersachsens“ Landkreis (ssr). Über das außergewöhnlich hohe Maß an Integration von Schülern mit Behinderungen in Regelschulen im Schaumburger Land hat sich der Landesbeauftragte für behinderte Menschen, Karl Finke, informiert.
Mittlerweile werden landkreisweit sämtliche Primarschüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Grundschulen unterrichtet. Landesweit beträgt dieser Anteil erst 35 Prozent. Rund 40 Prozent aller weiterführenden Schulen in Schaumburg haben „Integrationsklassen“, weit mehr als der niedersächsische Landesschnitt. Mobile pädagogische Dienste der Förderschulen unterstützen Schüler mit Behinderungen in diesen „I-Klassen“.
Finke zeigte sich „beeindruckt“, mit welch’ intensivem gemeinsamem Vorgehen aller Beteiligten die Eingliederung behinderter Schüler in Schaumburg gelingt: „Das ist gar nicht selbstverständlich.“ Der Landkreis Schaumburg stelle dabei „ein Erfolgsmodell“ dar, lobte er im Kreis von Vertretern beteiligter Schulen. Schaumburg sei bei der Integration „einer der Leuchttürme in Niedersachsen“, stimmte Jürgen Landfester, Dezernent an der Landesschulbehörde, beim Treffen in der Hans-Christian-Andersen-Schule in Stadthagen ein.
Finke lobte den Landkreis Schaumburg als Schulträger insbesondere dafür, dass dieser bei der Beantragung der drei neuen Gesamtschulen darauf bestanden hat, dass diese durchgängig Integrationsklassen anbieten sollen – wie das die IGS in Stadthagen schon seit jeher tut. „Dadurch wird sich der Trend der Integration noch weiter beschleunigen“, zeigte sich Finke ausgesprochen zufrieden.
Voraussetzung sei allerdings, dass die Schulen mit „I-Klassen“ ausreichend Lehrerstunden zur Verfügung gestellt bekommen, fügte der Landesbeauftragte hinzu. Das gelte speziell für den fünften Jahrgang des kommenden Schuljahrs. „Wir sind da etwas in Sorge“, sagte Jürgen Bittner von der Hans Christian Andersen-Schule, „es sollte bei der Integration deswegen kein Abbruch passieren.“
Diese Sorge nahm Finke genauso mit nach Hannover wie die Forderung des Schulischen Beratungszentrums in Obernkirchen nach zwei weiteren Lehrerstellen für die Betreuung von Schülern mit Förderbedarf in der emotionalen und sozialen Entwicklung. Hans-Joachim Lübker, Leiter der Förderschule für geistige Entwicklung in Rodenberg, wünscht sich mehr „I-Klassen“ auch für geistig behinderte Schüler.
Hinter dem pädagogischen Konzept, alle Schüler so weit wie irgend möglich gemeinsam zu unterrichten – angemessene unterstützende Fördermaßnahmen vorausgesetzt – „steht der Kreiselternrat in vollem Umfang“, betonte dessen Vorsitzender, Christian Postel.