Hessisch Oldendorf
Zukunftsmodell geplatzt: Keine Krippe in der SchulstraßeHessisch Oldendorf (pj). Das alte Feuerwehrhaus in der Schulstraße sollte zur Kinderkrippe umgebaut werden. Die Gespräche zwischen dem Bürgermeister und den Vertretern des Altenheim- und Pflegeheims Eberhard Poppelbaum haben aber nicht zum Erfolg geführt. „Das Konzept ,Jung und Alt unter einem Dach‘ scheint in große Ferne gerückt“, bedauerte gestern Bürgermeister Harald Krüger.
In den vergangenen Wochen waren mehrere Gespräche geführt worden. Dabei ging es auch darum, ob Poppelbaum die Krippe betreiben will. Das war nicht der Fall. Um einen angemessenen Kaufpreis zu ermitteln, wurde von der Stadtverwaltung ein Gutachten beim Katasteramt in Auftrag gegeben. Zeitwert und Ertragswert sollten zeigen, was von der Stadt in das Objekt investiert werden kann. Darauf konnte der Bürgermeister sein finanzielles Angebot vortragen.
Als das Altenheim vor rund 20 Jahren das alte Gerätehaus erworben hatte, musste in den Umbau investiert werden. Die Ausgabe von damals findet sich heute im Marktwert jedoch nicht wieder. Die Verantwortlichen des Alten- und Pflegeheims lehnten das Angebot der Stadt ab, das von Bürgermeister und auch Politikern angestrebte Zukunftsprojekt wird damit nicht Wirklichkeit. Aus den Reihen der Politiker war zu erfahren, dass der Kaufpreis und die Umbaukosten so hoch liegen, dass ein Neubau nicht teurer komme.
Zum Erwerb und Umbau des alten Feuerwehrhauses gibt es seit Monaten eine Alternative: Krippenbau auf dem ehemaligen Reupke-Gelände zwischen Langer Straße und Paulstraße. Bei einer Fahrt von Ratsmitgliedern nach Nordhorn haben diese sich ein Projekt der Bürgerhilfe zum betreuten Wohnen angesehen. Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten. Bereits Ende vergangenen Jahres hat ein Unternehmensvertreter die Konzeption der Bürgerhilfe Vertretern des Stadtrates vorgestellt. „Nach langem Kampf könnten wir endlich zum Ziel kommen und die Lücke in der Innenstadt schließen“, erklärte gestern Günter Kuhnert. Der Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen ist seit fünf Jahren auf der Suche nach einem Investor für das nach dem Abriss eingegrünte Gelände in der Kernstadt. Nachdem kurzfristig Rossmann und NKD abgesprungen waren, konnte Kuhnert mit der Bürgerhilfe einen weiteren Interessenten präsentieren.
Wird die Bürgerhilfe auf einem Kauf des gesamten Grundstücks bestehen, könnte wieder der Bereich an der Grundschule am Rosenbusch als Krippenstandort interessant werden. Die Stadtverwaltung hatte einen Neubau im Norden der Stadt bereits vor langer Zeit vorgeschlagen. Die CDU-Fraktion hatte, nachdem der Kauf des Brautlecht-Gebäudes in der Langen Straße gescheitert war, sich auch für den Rosenbusch ausgesprochen.