Hessisch Oldendorf
Über den Ritt des Freiherrn von Münchhausen auf der KanonenkugelHessisch Oldendorf (red). Wie konnte es dazu kommen, dass Hieronymus von Münchhausen aus Bodenwerder der „Lügenbaron“ genannt wurde? Oder warum wurde sein Jäger bei Oldendorf verhaftet? Antworten auf diese Fragen wird ein Verwandter des berühmten Börries von Münchhausen geben. Dem Hessisch Oldendorfer Culturverein ist es gelungen, einen direkten Nachfahren der adligen Familie aus dem Weserbergland in das Kultourismusforum des Rathauses zu holen, um aus dem Nähkästchen zu plaudern.
Mit abenteuerlichen Geschichten und historisch belegten Fakten wird der Referent aufwarten. „Ich werde etwas zu den Ursprüngen der Familie Münchhausen in Loccum erzählen, das erste Auftauchen der Familie in Oldendorf wird beleuchtet, Münchhausens Rolle in der Weserrenaissance und das Schicksal der Söhne im 30-Jährigen Krieg wird nicht ausgespart“, sagt Freiherr Otto von Blomberg. Und er fügt an: „Ich habe das dringende Bedürfnis, den schlechten Ruf des besonders wahrheitsliebenden Hieronymus von Münchhausen auf seiner Kanonenkugel wieder ins richtige Licht zu rücken.“
Natürlich wird Otto von Blomberg auch Fischbeck nicht umgehen. So trägt er als Schirmvogt des Stifts wunderschöne Hessisch Oldendorf und Fischbeck betreffende Balladen vor, die aus der Feder des Bruders seiner Großmutter stammen. Gespannt sein darf man auch auf die Anekdote, die Otto von Blomberg über das Verhältnis von Ludolf von Münchhausen und seinem Schul- und Duzfreund, dem späteren Fürsten Ernst, dem letzten bedeutenden Herrschers über das gesamte Schaumburger Land, zu erzählen weiß. Interessant ist diese Geschichte auch vor dem Hintergrund der in diesem Jahr anstehenden Feierlichkeiten zur ersten urkundlichen Erwähnung des Schaumburger Landes vor nunmehr 900 Jahren. Otto von Blomberg, der ganz in der Nähe mit seiner Familie auf dem Rittergut Nienfeld im Auetal lebt, ist bekannt für seine geschichtlichen, mit Humor gespickten Vorträge über die von Münchhausens. Um das Erzählte noch anschaulicher zu machen, wird Otto von Blomberg seinen Vortrag mit historischen Bildern unterlegen.
„Wir sind überglücklich, einen solch versierten Erzähler gewinnen zu können“, sagt Barbara Jahn-Deterding. Es ist übrigens der erste Vortrag, der vom Hessisch Oldendorfer Culturverein angeboten wird. „Wir beschreiten damit Neuland, sind aber sicher, dass wir mit den Geschichten aus dem Wesertal und Schaumburgischen einen unterhaltsamen und auch ganz nebenbei lehrreichen Abend bieten können“, betont die Vorsitzende des Culturvereins. Ebenso wie ihre Vorstandsmitglieder hofft Barbara Jahn-Deterding, dass am Donnerstag, 4. März, viele Interessierte nach Hessisch Oldendorf kommen, um im Kultourismusforum ab 19.30 Uhr dabei zu sein.
Der Eintritt ist frei. Es wird um eine Spende gebeten, die wie bei vorausgegangenen Veranstaltungen des Culturvereins wieder für einen guten Zweck sein soll. Bisher wurden bereits die Bücherei der Grundschule am Rosenbusch, die Hessisch Oldendorfer Stadtbücherei und die Hausaufgabenhilfe der evangelischen Kirchengemeinde St. Marien unterstützt.
Der Vorstand des Culturvereins nennt noch einen weiteren Termin, den Kulturinteressierte sich vormerken sollten: Am Freitag, 7. Mai, kommt die inzwischen selbst schon sehr bekannte Zwillingsschwester von Hildegard Knef nach Hessisch Oldendorf. Gemeinsam mit dem Werkhaus ist es dem Culturverein gelungen, Ulrich Michael Heissig zu verpflichten. Das Kabarett steht diesmal unter der Überschrift „Die letzte Mohikanerin“.