Eilsen
Wenn Bilder und Collagen Geschichten erzählenBettina Schmalenstroer nennt dieses abstrakte Bild „Zu Viert“, weil es vierteilig ist. Foto: sig (2)
Bad Eilsen (sig). In der Wandelhalle des „Fürstenhofes“ hat Kerstin Henke dieser Tage die 85. Kunstausstellung eröffnet. Sie steht unter dem Motto „Abstraktes trifft Collage trifft Schmuckdesign“ und ist bis zum 25. April zu besichtigen.
Wer diese Ausstellung besucht, der sollte sich dafür ausreichend Zeit nehmen. Zumindest für die Bilder und Collagen, denn diese lassen eine Vielzahl von Deutungen zu, was auch schon die Titel der Werke vermuten lassen. Da findet man zum Beispiel Namen wie „Schwerelos“, „Reflexion“ und „e basta!“
Die 41-jährige Bückeburger Malerin Bettina Schmalenstroer will mit ihren Bildern Lebenssituationen, Wünsche, Empfindungen und ganz persönliche Vorstellungen vermitteln. Sie erzählt damit – überwiegend sehr abstrakt – Geschichten, auf die sich der Betrachter einlassen muss, wenn er den Aussagen der freischaffenden Künstlerin auf die Spur kommen will.
Talent vom Vater
Das Maltalent hat Bettina Schmalenstroer offenbar von ihrem zeichnenden Vater geerbt und kontinuierlich weiterentwickelt. Dazu diente die Teilnahme an verschiedenen Zeichen- und Gestaltungskursen. Nach einem Seminar für abstrakte Malerei bei Pavel Richter entwickelten sich ihre Arbeiten zunehmend in diese Richtung, was sie in zahlreichen Ausstellungen im Schaumburger Land und angrenzenden Regionen sowie in Magdeburg bewies.
Bettina Bradt hat sich offensichtlich überwiegend für die abstrakte Reproduktion ihrer Emotionen und Gedanken entschieden. Sie selbst stellt dazu fest: „Ich möchte Unsichtbares sichtbar machen, das bei flüchtiger Betrachtung selten oder gar nicht wahrgenommen wird, oder Unbewusstes ins Bewusstsein holen. Dieser Prozess begleitet mich sehr intensiv bei der Entstehung meiner Bilder.“
Seit 1987 befasst sich die in Petershagen geborene Malerin mit den verschiedensten Kunstrichtungen. Seit einigen Jahren liegt der Schwerpunkt ihres Schaffens aber bei abstrakten Werken, vor allem Collagen. Sie besitzt ein eigenes Atelier in Klein Berkel bei Hameln und hat eine Reihe spezieller Ausbildungen hinter sich, unter anderem als Maltherapeutin und als Seminarleiterin für Sensitivitäts- und Ausdrucksmalerei.
Auch Bradt nahm bereits an zahlreichen Ausstellungen teil, bei der „Documenta“ in Kassel zusätzlich an der Performance „1000 rote Frauen“. In Bad Eilsen stellt sie Collagen aus, in die irgendwelche Fundstücke integriert sind, die eigentlich wertlos erscheinen, hier aber in den Blickpunkt rücken.
Absolut gegensätzlich wirken dazu die Ausstellungsstücke, die sich in den Vitrinen befinden. Dort zeigen Bianca Plank und Marica Zanetti-Ruhe Geschenke aus Papier sowie Schmuck. Beide sind unter anderem bekannt geworden durch den A-Z-Basar in der Eilser Wandelhalle und durch den Kunsthandwerkermarkt in der Bückeburger Landfrauenschule.
Für die betont rhythmische Untermalung der Vernissage sorgte das Trommelensemble „Hand to Hand“ aus Liekwegen, das vor einem Jahrzehnt ins Leben gerufen wurde.