Eilsen
Fast am Ziel – Endspurt in Top-Siedlung läuftHeeßen (tw). „Gute Nachricht fürs Baugebiet: Die restlichen Erschließungsarbeiten im Areal ,Über den Höfen’ sollen nicht mehr lange auf sich warten lassen“, meldete unsere Zeitung Mitte September 2009. Jetzt – endlich – ist es soweit. Im Auftrag der Grundstücks- und Bau GmbH Spieß hat die Firma Wenig mit Sitz in Obernkirchen den Endausbau in Angriff genommen. Die Arbeiten sollen nach Auskunft aus dem Eilser Rathaus voraussichtlich in der zehnten Kalenderwoche abgeschlossen sein.
„Gerumpelte Pflastersteine statt schlichter Teerdecke, Vulkan-Kelchleuchten statt schnöder ,Koffer’: Über den Höfen wird ansprechend aussehen“, lobt Heeßens Gemeindedirektor Bernd Schönemann. Was die Leuchten betrifft, hatte sich die Gemeinde bereit erklärt, das Mehr an Kosten zwischen der günstigsten Variante (2200 Euro) und dem vom Rat favorisierten Modell (3900 Euro) selbst zu bestreiten.
Zunächst war das Ortsparlament unter Vorsitz von Bürgermeister Wilhelm Brümmel (CDU) davon ausgegangen, dass der Endausbau noch 2008 erfolgen würde – und hatte Spieß am 29. Mai jenes Jahres Grünes Licht für die von der Grundstücks- und Bau GmbH vorgelegte Planung zu Belag und Beleuchtung gegeben.
Bei dem der damaligen Zusammenkunft voraus gegangenen Ortstermin hatte sich der Bauausschuss unter Regie von Heinrich Meier dazu durchgerungen, an der Straße keine Parkbuchten vorzuschreiben – bis zu fünf waren bis dahin im Gespräch gewesen. Die Politiker folgten damit der Argumentation Meiers: „Parkbuchten dienen zur Beruhigung des Verkehrs. ,Über den Höfen‘ ist aber eine Sachgasse – da muss nichts ,beruhigt‘ werden.“ Außerdem sei auf den Grundstücken genug Platz zum Abstellen von Autos.
Auch in Sachen Beleuchtung hatten die Bürgervertreter das Einvernehmen hergestellt. Danach sollten „Über den Höfen“ drei sogenannte Pilzleuchten installiert werden; einige dieser „Pilze“ stehen bereits im Bereich des Gemeindehauses und der Kreuzung. Zwar strahlen diese Leuchten nach allen Seiten und werfen ihr Licht damit auch auf die Grundstücke. Jedoch hatte Gerhard Möhlmann (SPD) von den von ihm vor Ort befragten Anwohnern die Auskunft erhalten, dass ihnen das nichts ausmacht: „Hauptsache, die Lampen kommen noch vor Beginn der dunklen Jahreszeit“, war damals der Tenor.
Die Vorgeschichte: Im Jahre 1987 ergab die Volkszählung in Heeßen eine rückläufige Entwicklung der Einwohnerzahl. 120 Menschen weniger durch Wegzug und Sterbefälle war ein Alarmzeichen für den Gemeinderat. Manche orakelten damals: „Die Ortschaft stirbt aus.“ Die Gemeindeväter wurden aktiv. Es gab eine Bürgerversammlung, in der Vorschläge entwickelt wurden, das Dorfzentrum weiter auszubauen. In dieser Phase machte Spieß den Vorschlag, auf dem ihm gehörenden Gelände „Über den Höfen“ Bungalows zu bauen und damit Neubürger anzulocken. Schließlich fand jedoch die Idee, Fachwerkhäuser zu errichten, die größere Zustimmung. Vorbild der Planung wurde ein Siedlungsprojekt in Bissendorf im Norden von Hannover. Spieß gründete 1993 eine Grundstücks- und Baugesellschaft.
Auf dem rund 7800 Quadratmeter großen Wiesen- und Weideland begann ein Jahr später die Erschließung mit dem Verlegen der Versorgungsleitungen und dem Anlegen einer Straße.
Beeindruckend ist nicht nur der Bautyp, der sich optisch über die Jahrhunderte hinweg erhalten hat, sondern auch die Lage. Das erste Haus wurde bereits im Jahre 1995 errichtet und eingeweiht, aber es ließ sich erst einige Jahre später verkaufen. In den Jahren zwischen 1999 und 2003 entstanden dann acht Fachwerkhäuser, wie es im Bebauungsplan vorgesehen ist. Das letzte Gebäude wurde im Frühjahr 2005 begonnen.
Weil die Siedlung im Bereich des Quellenschutzgebietes liegt, gibt es keine Ölfeuerungen. Die Wände der Häuser bestehen aus einem Holzrahmen, auf den Materialien aufgebracht sind, die einen guten Luftaustausch ermöglichen, nach außen aber eine hervorragende Wärmedämmung haben.