Eilsen
Das Land will zwei Millionen für den Umbau gebenBad Eilsen (tw). Das Land Niedersachsen ist offenbar bereit, nach dem beabsichtigten Erwerb des Georg-Wilhelm-Hauses zwei Millionen Euro zu investieren, um das Denkmalgebäude für die Steuerakademie nutzbar zu machen. Diese Zahl nennt Joachim Binczik im Gespräch mit der Redaktion. Der Akademieleiter: „Dazu kämen noch die Kosten für die Sanierung der Außenfassade, die gegenwärtig mit 100 000 bis 200 000 Euro taxiert werden.“ Alles Geld, das wohl nicht zusätzlich bewilligt, sondern durch Umschichten anderswo eingespart werden wird.
Er, Binczik, gehe davon aus, dass der Liegenschaftsfonds des Landes den Kaufvertrag mit der Deutschen Rentenversicherung bis Ende 2010 unter Dach und Fach haben werde. Wobei auch die Gemeinde Bad Eilsen mit an den Tisch muss, denn das Land kann weder die noch zum Grundstück gehörende Konzertmuschel, noch das an der Aue gelegene Brunnenhäuschen gebrauchen. Das Land nicht, aber vielleicht die Gemeinde. Denn: „Uns ist sehr daran gelegen, dass wir für diese und andere Außenanlagen wie die Kurparkwege nicht die Verkehrssicherungspflicht übernehmen müssen“, so der Akademieleiter.
Doch wie auch immer. So oder so müsse das Jahr 2011 dann für den Umbau genutzt werden, damit das Georg-Wilhelm-Haus – so die Zielvorgabe – ab März 2012 als Schulungs- und Wohnheim verwendet werden kann.
Derweil werden jetzt weitere Details zu der geplanten Umgestaltung des Objekts bekannt: Zwar soll das Gebäude in allen drei Geschossen, also dem Erdgeschoss und den beiden oberen Stockwerken, von der Steuerakademie mit Beschlag belegt werden – am wichtigsten indes ist das Erdgeschoss. „Dort“, so Binczik, „wollen wir acht jeweils etwa 20 Quadratmeter große Zimmer, die sich je zur Hälfte auf den linken und rechten Querflügel verteilen, per Durchbruch zu Lehrsälen machen; vier Säle zu je 40 Quadratmeter sollen dabei herauskommen. „Das reicht für die Arbeit in Gruppen von jeweils 15 bis 18 Personen“, so der Akademieleiter.
Ferner gibt es im Erdgeschoss des Hauses sechs frühere Schwestern- oder Ärztezimmer; es ist geplant, aus diesen Räumen entweder Kleingruppenräume zu machen oder sie als Nachtquartiere für die Teilnehmer von Fortbildungen herzurichten.
Last, but not least ist vorgesehen, in den drei Geschossen zusammen 73 Einzelzimmer für Studierende einzurichten, davon neun im Erdgeschoss, 24 im ersten und 18 im zweiten Stock; hinzu kommen „oben“ zwölf weitere Zimmer, die aber womöglich nur eingeschränkt genutzt werden können – sie haben eine Dachschräge und (zu) kleine Fenster. Was all diese Räume betrifft, so besteht vor allem bei den Bädern Sanierungsbedarf: So hat das Gros lediglich Duschvorhänge; außerdem wurden bei einigen in den 80er Jahren Kunststoffkabinen eingesetzt, was heute als nicht mehr zeitgemäß gilt. „In jedem Fall aber“, sagt Binczik, „müssen überall die Armaturen erneuert werden.“
Ob und – wenn ja – welche Fenster ausgetauscht werden sollen, ist noch nicht abschließend entschieden; dafür aber ist absehbar, dass die komplette Auslegeware im Gebäude ausgewechselt werden muss. „Glück“, sagt der Akademieleiter, „haben wir bei der Heizungsanlage; die ist nach der letzten Jahrtausendwende installiert worden und macht noch einen guten Eindruck.“
Spannend ist derweil die Frage, wo wie viel Parkraum entstehen soll. Binczik rechnet damit, dass im Schnitt etwa 40 bis 50 Studierende mit dem Auto anreisen werden. Zwar ist in einem ersten Plan vorgesehen, Stellplätze in dieser Größenordnung auf der Rasenfläche zwischen den Seitenflügeln des Georg-Wilhelm-Hauses anzulegen – doch das scheint dem Akademieleiter nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein. Er kann sich dort allenfalls einige wenige Behindertenparkplätze vorstellen. Das Gros der Stellflächen könne stattdessen gegenüber, nämlich auf der Freifläche rechts neben der Sparkasse und damit vor der Remise, entstehen.
Ganz sicher umgesetzt wird eine andere Absicht: den Zaun zu durchbrechen, der den Kurpark von der Mensa respektive der Cafeteria der Steuerakademie trennt. Dann können die Studierenden ihre Quartiere im Georg-Wilhelm-Haus bequem auf einem etwa 200 Meter langen Weg, der durch die Gartenanlagen führt, erreichen; der muss nur noch beleuchtet werden.