Eilsen
Center-Projekt von Joest nimmt weitere HürdeBereit zum Abriss: der Markant-Markt, der einem „Center“ mit einem Drogisten als Ankermieter weichen soll. Foto: tw
Bad Eilsen (tw). Das Bauprojekt des Eilsers Wolfgang Joest hat eine weitere Hürde genommen: „Bei der Bürgerversammlung hat es von Privatleuten keine Einwände gegen eine Änderung des B-Plans ,Kreuzbreite‘ gegeben, das dem Investor den Abriss des früheren Markant-Marktes und den Neubau eines Centers möglich machen soll“, berichtet Matthias Reinold dem unter Regie von Bürgermeisterin Christel Bergmann tagenden Ortsparlament.
Was die Politiker vom Rintelner Planer bei ihrer jüngsten Zusammenkunft im Haus des Gastes auch erfahren: „Die gleichfalls angehörten 17 Behörden, Gemeinden und Firmen haben mit Masse nur Routine-Stellungnahmen abgegeben“, ergänzt Reinold. Damit droht dem Projekt auch von dieser Seite keine Gefahr. Klar, dass der Bad Eilser Rat die Ergebnisse nicht nur – einstimmig – und ohne weitere Diskussion zur Kenntnis genommen, sondern auch gleich den Auslegungsbeschluss gefasst hat.
Reinold zur weiteren Zeitschiene: „Die öffentliche Auslegung des Plans dauert vier Wochen; die Frist wird Anfang April enden.“ Danach wägt der Rat mögliche Bedenken ab – und fasst den Satzungsbeschluss, mit dem das Ändern des B-Plans abgeschlossen ist. Dann kann Wolfgang Joest sein Vorhaben in dem künftig als Mischgebiet gekennzeichneten Bad Eilser Areal auch schon in die Tat umsetzen …
Doch zurück zu dem, was die Behörden der Gemeinde und damit konkret auch dem Investor gleichsam „ins Stammbuch“ geschrieben haben. So heißt es seitens der Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover: „Innerhalb des festgesetzten Mischgebietes sollen nur Nutzungen zugelassen werden, die aufgrund von Größe, Bauvolumen, Nutzungsvielfalt, Sortimentsstruktur und Immissionsverhalten mit den angrenzenden Allgemeinen Wohngebieten einerseits und mit der in Bad Eilsen vorhandenen Einzelhandelsstruktur andererseits vereinbar sind und diese möglichst ergänzen.“
Was die IHK, aber auch der Landkreis Schaumburg mit ihrer obigen Restriktion grundsätzlich vermieden wissen wollen: das sich in dem neuen Bad Eilser Mischgebiet großflächige Einzelhandelsbetriebe ansiedeln, die wegen des enormen Kundenverkehrs zu Konflikten mit den Allgemeinen Wohngebieten in der Nachbarschaft führen würden. Anders ausgedrückt: „Betriebe mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche sind im Umfeld des Markant-Marktes nicht zulässig“, sagt Reinold.
Wichtig ist aber auch: Der jetzt geänderte B-Plan „Kreuzbreite“ ist mit Blick auf die zulässige Höhe künftiger Gebäude präzisiert worden. Reinold: „Im Zuge der jüngsten Messungen wurde festgestellt, dass der Markant-Markt 101 Meter über Normal Null (NN) liegt, eine Ansichtshöhe von zehn Metern und eine Firsthöhe von zwölf Metern hat.“ Um den Bewohnern der Gebäude in der Nachbarschaft den Blick nicht zu verstellen, soll sich auch das von Wolfgang Joest geplante Center an dieser Größe orientieren – höher darf es jedenfalls auf keinen Fall werden.
Last, but not least empfiehlt die Straßenbauverwaltung mit Blick auf die viel befahrene Bückeburger Straße vorsorglich passive Schallschutzmaßnahmen an eventuell neu einzubauenden Fenstern.
Zur Erinnerung:
Joest, der den Markant-Komplex mit 3200 Quadratmetern Grundstücksfläche am 3. April 2009 von der Familie Rinne erworben hatte, will die 1987/88 errichtete Immobilie am Schnittpunkt von Bückeburger Straße und Wilhelmstraße komplett abreißen und dort mit einem Investitionsvolumen von 1,5 bis zwei Millionen Euro ein „Center“ errichten – mit einem Drogisten als Ankermieter. Nach dem 1. Mai soll Baubeginn sein.
„Der Neubau auf der Marktfläche eröffnet Bad Eilsen eine große Entwicklungschance, noch dazu an zentraler Stelle“, befand Reinold bereits Ende Dezember. Denn das künftige Center liegt direkt vis-à-vis von Rathaus und Kurverwaltung, wird obendrein von Autofahrern wegen seiner exponierten Lage gut wahrgenommen. „Last, but not least“, so der Planer damals, „passt das Projekt fugenlos in den Masterplan.“