Bückeburg
Mit Gebeten und großen Spenden bis zur IGSBis alles fertig ist, muss die Elterninitiative schwere Gewichte stemmen –wie hier ein Kind bei der Jubiläumsaufführung. Foto: mig
Bückeburg (mig). Es fehlte an Geld, an Schülern, eigentlich fehlte es an allem – dass die Immanuel-Schule am Wochenende ihr zehnjähriges Bestehen feiern konnte, grenzt an ein Wunder. Woran es in der ganzen Zeit nicht fehlte, das waren Gebete und teilweise große Spenden. „Gott hat uns immer wieder gegeben, was wir brauchten“, so Matthias Eckel, Vorsitzender des Trägervereins, der Elterninitiative „Zukunft für Kinder“.
Wer die Jubiläumsveranstaltung verfolgt hat, kann sich kaum vorstellen, wie es hier Anfang 2000, einige Monate vor der Inbetriebnahme der Schule, aussah. Die Räume der ehemaligen britischen Grundschule waren mit einer dicken Staubschicht überzogen, überall musste renoviert und aufgeräumt werden. „Aus dem Nichts heraus musste unsere erste Schulleiterin, Sabine Wascheszio, für alles sorgen, was heute selbstverständlich ist: Mobiliar, Kopierer, Schulbücher“, so der Vorsitzende des Fördervereins, Peter Rohde, im Rückblick auf diese aufregende Zeit.
Spitz auf Kopf stand es kurz vor der Eröffnung am 25. August. Bis kurz vor Beginn wusste niemand, ob die vorgeschriebene Mindestzahl von zwölf Schülern erreicht werden würde. Rohde: „Ende Juli, Anfang August hatten wir erst neun, dann zehn und schließlich elf angemeldete Schüler zusammen. Erst am Einschulungstag stand das zwölfte Kind, ein Mädchen aus dem Ruhrgebiet, vor der Tür und wurde gleich eingeschult.“
War das eine Loch gestopft, drohte das nächste schon wieder aufzuplatzen: Drei Jahre lang wurde die Immanuel-Schule vom Land finanziell nicht unterstützt. „Das galt für alle Privatschulen und diente als eine Art Probelauf“, so Rohde im Gespräch. Für die Schule eine schwere Zeit und nur dank zahlreicher Spenden zu überstehen: Zusammen mit dem Schulgeld konnten stattliche 660 000 Mark aufgebracht werden.
Riesengroß war die Überraschung (und wohl auch die Bestürzung) als das Bundesvermögensamt Hannover das gepachtete Gebäude bundesweit zum Verkauf ausschrieb. „Wir haben dann beschlossen, dass nach einem Gebet jeder von uns einen Betrag auf einen Zettel schreiben sollte, von dem er meinte, dass wir ihn bieten sollten. Drei von uns hatten 800 000 Mark aufgeschrieben, die wir dann auch geboten haben. Und siehe da – Gott war mal wieder mit uns – wir haben damals knapp den Zuschlag bekommen.“ Aufgebracht wurde die Summe über Spenden und einen Kredit.
Im Jahr 2003 folgte dann die staatliche Anerkennung der „Freien christlichen Schule“. Seitdem wird etwa die Hälfte der Ausgaben vom Land Niedersachsen übernommen. Inzwischen werden unter der Leitung von Gudrun Raupach 83 Kinder in vier Klassen unterrichtet. Mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 hat das Land die Einrichtung einer IGS genehmigt. Matthias Eckel: „Auch da hat Gott unsere Gebete erhört. Zwar gibt es wieder neue Fragen, etwa nach den Räumlichkeiten, aber wir wollen uns ganz auf Gott verlassen.“ Die IGS soll etwa 25 Plätze bekommen, anmelden kann man sich schon jetzt.
Um die neuen Klassen auszustatten, ist die Schule auf Spenden angewiesen. Freuen würde man sich auch über gebrauchtes Inventar aus dem naturwissenschaftlichen Unterricht. „Die Schulform IGS passt einfach zu uns, wir wollen alle mitnehmen und keinen zurücklassen“, betont Peter Rohde. Überhaupt lege die Schule seit jeher viel Wert auf kleine Klassen.
Geehrt wurden an dem denkwürdigen Tag dann alle Ehrengäste, die zum Gelingen des Projekts beigetragen haben. Zuvorderst natürlich die Mitglieder der Elterninitiative „Zukunft für Kinder“, die 1997 gegründet wurde und schon 1998 einen christlichen Kindergarten („Die Arche“) ins Leben rief. Peter Rohde: „Als die Kindergartenkinder dann ins Schulalter kamen, entstand bei den Eltern der Wunsch, diese Erziehung nach christlichen Maßstäben auch in der Grundschule fortzusetzen.“ Ebenfalls viel Beifall bekamen die ehemaligen Schulleiter Sabine Wascheszio (2000–2007), Jens Beckmann (2007–2008) und Gudrun Raupach (aktuell). Beckmann: „Die Leute aus der Elterninitiative waren kleine Albert Schweitzers. Sie gingen beharrlich Schritt für Schritt ihren Weg.“
Grußworte kamen von Horst Schwarze („Ich habe mich sehr über die Genehmigung der IGS gefreut“) und Günter Fischer, Pastor der Kirchengemeinde Vehlen. Umrahmt wurde das Fest von den Schülern mit Liedern und einer kleinen Aufführung, anschließend gab es ein Büfett.