Bückeburg
Keine Magd – und für Bauer Paul kommt Bauer HeinzDie Wagenbesatzung aus der Glückauf-Straße genießt den zweieinhalbstündigen Umzug, der über Kleinenbremen und Wülpke auch bis nach Barksen-Selliendorf führt. Foto: who
Kleinenbremen (who). Nach Jahren als listiger und lustiger Erntebauer hat Paul Dobrinski am vergangenen Sonntag den Stab an Heinz Grabbe weitergegeben. Und Bauer Heinz macht seine Sache gut, bescheinigen ihm seine Zuhörer während der mit Spannung erwarteten Jungfernrede. Der Neue hat gut beobachtet und sich gemerkt, was in Kleinenbremen übers Jahr an Schrulligkeiten passiert ist.
Da hat doch tatsächlich ein Kleinenbremer seine Büsche grün angestrichen, weil sie im Sommer vertrocknet waren, frotzelt Bauer Heinz unter anderem, als der Umzug wieder beim Startpunkt am Gasthaus Zur Schönen Aussicht eintrifft. Die Lacher und herzlicher Beifall sind ihm sicher, während er mit Humor und Nachsicht die großen und kleinen Malheurs durch den Kakao zieht.
„Die Stimmung ist gut“, stellt Friedhelm Moser als Sprecher der Erntefestgemeinschaft Kleinenbremen Stunden vorher fest, als der Zug von elf geschmückten Festwagen sich in Bewegung setzt – darunter auch ein Gespann aus Wülpke und zwei aus Nammen zur Verstärkung. Ob damit auch ausgeglichen ist, dass „wir in diesem Jahr keine Magd haben“, lässt er offen. Das Manko dürfte von der guten Laune der Umzugsteilnehmer und dem blauen Himmel oben drüber mehr als ausgeglichen worden sein. Und beim nächsten Erntefest sollte das kleine Problem längst wieder vergessen sein.
Zeit und Gelegenheit zum Vergessen und sich Freuen ist unterwegs eh genug. Ausgelassen feiern die Wagenbesatzungen und winken den Zuschauern am Straßenrand, während die Fahrer auf den Traktoren sich auf das kühle Blonde nach dem Umzug freuen. So wie Paul Kriening es schon seit 1947 tut als dienstältester Fahrer beim Ernteumzug. Gut zweieinhalb Stunden sitzt er wie seine Kollegen geduldig am Steuer, während hinter ihm auf dem Wagen die Post abgeht.
Beim halbstündigen Stopp am Bürgerschützenhaus in Wülpke zum Beinevertreten und Verpflegung fassen nutzen aber auch die elf Fahrer gerne die Gelegenheit zum kurzen Schnack mit den Mitreisenden. Dann geht’s weiter im Zuckeltempo, und mancher hofft singend: „So ein Tag, so wunderschön wie heute…“