Bückeburg
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Aus der Welt von Dutzenmütze, Queder und Büffel

11. Trachtentag der Schaumburger Landschaft im Achumer Meierhof stößt auf große Resonanz
Renate Böhme (r.) klärt Monika Hachmeister über die praktische Verwendung der Trachtenkleidung auf. Foto: bus
Renate Böhme (r.) klärt Monika Hachmeister über die praktische Verwendung der Trachtenkleidung auf. Foto: bus

Achum (bus). Der vom Arbeitskreis Trachten der Schaumburger Landschaft auf dem Achumer Meierhof veranstaltete Trachtentag ist auf sehr große Resonanz gestoßen. „So viele Anmeldungen und Interessenten haben wir in der zurückliegenden Zeit selten verbucht“, sagte Arbeitskreissprecherin Renate Gewers. Der Meierhof erlebte die nunmehr elfte Auflage der unter dem Motto „kaufen, sammeln, stöbern, verkaufen“ organisierten Zusammenkünfte.

Das Angebot dominierten Kleidungsstücke der Bückeburger und Lindhorster Machart. „Von den in der heimischen Region auch getragenen Friller Trachten existieren offensichtlich wesentlich weniger Exemplare“, erläuterte Gewers diesen augenfälligen Mangel. Die Expertin erwies sich gemeinsam mit Renate Böhme als kenntnisreiche Beantworterin der von den zumeist weiblichen Besuchern gestellten Fragen.

Die Gespräche drehten sich im Folgenden um Dutzenmützen (Flügelhauben) und Schlipse (schmale Bänder mit rautenförmigen Enden) ebenso wie um Hanschen (Handschuhe) und dreiviertellange Spitzenhosen. Überdies war in Erfahrung zu bringen, dass der Begriff „Queder“ eine Stickerei- oder Häkelarbeit beschreibt, die den Abschluss zwischen Rock und Wams bildet. Und dass in Trachtenkreisen mit „Büffel“ keineswegs eine wild lebende Rinderart, sondern ein Rock aus schwerem roten Tuch gemeint ist. Das unten mit einem bunten Samtband versehene Kleidungsstück verhalf dem Schaumburger Land zur Zusatzdefinition „wo die roten Röcke fliegen“.

Erstmals bei einem Trachtentag vertreten war Monika Hachmeister vom Tierschutzverein Bückeburg-Rinteln und Umgebung. „Wir haben eine umfangreiche Trachtensammlung von einer Dame aus Gelldorf geerbt“, berichtete die Tierschützerin. Der Erlös aus dem Verkauf solle zur Finanzierung der Vereinsarbeit beitragen. Hinsichtlich der Preise machte Expertin Gewers indes eine erstaunliche Entwicklung aus.

„Zu Beginn der Trachtentage ist wesentlich mehr Geld bezahlt worden als heutzutage“, teilte die Arbeitskreissprecherin mit. Früher habe ein „Büffel“ für etwa 300 Mark den Besitzer gewechselt, derzeit seien für ein vergleichbares Stück nicht mehr als 50 oder 60 Euro zu erzielen. Dennoch konnten in Achum auch sehr wertvolle Stücke bestaunt werden. „Eine wohl um 1840 entstandene Bernsteinkette dürfte gut und gerne 500 bis 700 Euro bringen“, erklärte Gewers. Was die Besitzerin vermutlich geahnt hatte – sie hatte das Schmuckstück nur in Form eines Fotos dabei.

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