Guten Morgen

Er hat gar nicht gestört

In Rinteln herrschte Skepsis gegenüber dem Fürstenbesuch, trotzdem stürzten sich viele intensiv in die Vorbereitungen. Was bleibt? Auf dem ohnehin wegen des Wetters gut belebten Marktplatz gab es ein paar hundert Zusatzgäste, und die „Vivat, vivat“-Rufe am Schluss zeigten ebenso wie an der Eulenburg, dass Träume vom Glanz einer Monarchie noch in manchen Köpfen herumspuken. Sei’s drum, schöne Bilder gab es, quälend lange Petitionen dazu. Und an der Eulenburg reckten Pastoren neben dem Fürstendarsteller noch Plakate für die „Lange Nacht der Kirchen“ hoch. Vom Hingucker profitieren – das Leben geht schließlich weiter, und der Fürst ist jetzt sowieso wieder weg. Er wünschte der Weserstadt auch für ihre Feste alles Gute. Das hat wohl gewirkt, die Kirchen waren voll, die Stimmung bestens. Und auch beim historischen Markt gab es nach anfangs gähnender Leere ein zumindest optisch gelungenes Finale. Fürst Ernst hat die Stadt nicht voller gemacht, aber er hat auch nicht gestört und einen guten Eindruck hinterlassen. In 400 Jahren kann er gerne wieder kommen, sollte sich dann aber mit der Kirche wegen des Termins besser und früher absprechen. dil

Artikel vom 22.08.2010 - 17.40 Uhr
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