Nachgehakt
Druckansicht

Wird dieses Haus doch abgerissen?

Eigentümerin liegt Genehmigung vor / Denkmalschützer weiterhin kritisch
Dieses Haus in der Krankenhäger Straße steht schon längere Zeit leer und darf abgerissen werden.  Foto: ll
Dieses Haus in der Krankenhäger Straße steht schon längere Zeit leer und darf abgerissen werden. Foto: ll

Rinteln (ll). Das gut 400 Jahre alte Haus in der Krankenhäger Straße darf abgerissen werden. Noch vor gut einem Jahr war das Gebäude ein Zankapfel zwischen der Eigentümerin, der Stadt Rinteln und dem Rintelner Arbeitskreis Denkmalschutz. Die Abrissgenehmigung liegt Eigentümerin Bettina Wedemeyer mittlerweile von der Stadt vor – ob es allerdings tatsächlich zu dem Abriss des alten Hauses kommt, ist unterdessen noch nicht klar.

Rintelns Denkmalschützer waren im April vergangenen Jahres auf die Barrikaden gegangen: Bei dem um 1600 n. Chr. erbauten Gebäude handele es sich um ein Haus, das für Jahrhunderte als Handwerksbetrieb genutzt wurde. Zwar ist das Haus heute mit einer Vorhangfassade versehen, doch der Arbeitskreis Denkmalschutz hatte vermutet, dass das Fachwerk Aufschlüsse über die Baukunst der vergangenen Jahrhunderte geben könnte – und daher dringend schützens- und erhaltenswert sei. „Das war unser Wissensstand 2011 und das ist er auch heute noch“, sagt Uwe Ruszkowski. Die Rintelner Denkmalschützer sehen einen möglichen Abriss weiter kritisch. Der Arbeitskreis-Vorsitzende Matthias Wehrung fügt an: „Wir wollen natürlich nicht, dass die Fachwerkhäuser nach und nach aus der Altstadt verschwinden.“ Wehrung betont aber auch, dass es seitens der Stadtverwaltung keinen Grund gegeben habe, die Genehmigung zum Abriss des Gebäudes nicht zu erteilen.

Denn: Das Gebäude ist zwar über 400 Jahre alt, steht dennoch nicht unter Denkmalschutz. Rein rechtlich geht der Abriss in Ordnung.

Zwar hat Eigentümerin Wedemeyer nun die Genehmigung zum Abriss, von den ursprünglichen Plänen sei sie aber zunächst abgerückt, sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Ein Abriss jedenfalls steht zurzeit nicht an. Nach wie vor gelte, so die Eigentümerin, dass das Gebäude weiterhin zum Verkauf stünde. Grundsätzlich sei das Interesse an einem Kauf seitens des Arbeitskreises Denkmalschutz zwar vorhanden, so Wehrung. „Aber damit wäre der Arbeitskreis überfordert“, so der Vorsitzende. Potenzielle Käufer haben, so Wehrung, zumindest im letzten Jahr in Aussicht gestanden. Ein Gespräch zwischen Arbeitskreis und Eigentümerin habe es bislang noch nicht wieder gegeben.

Artikel kommentieren
















Kinotrailer
e-Paper
Online Service-Center


© C. Bösendahl GmbH & Co. KG