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Leinen los für Baggerschiff von AHE

Knapp drei Monate nach dem Bericht: Abbau in Großenwieden soll beginnen

Engern/Großenwieden (pk). Von seinem historischen Tiefstand im Dezember (1,04 Meter) ist der Pegelstand der Weser inzwischen wieder weit entfernt, der Schifffahrt steht somit eigentlich nichts mehr im Wege. Dennoch baut das Rintelner Unternehmen AHE-Weserkies nach wie vor Kies in Engern ab. Dabei hatte es Ende letzten Jahres angekündigt, die Abbauarbeiten nach Großenwieden zu verlegen, sobald der Pegelstand der Weser die Schifffahrt wieder zulasse.

Bereits im Herbst hatte AHE sein Baggerschiff rechtzeitig nach Engern zur Aufbereitungsanlage und dem logistischen Zentrum verlegt. Rechtzeitig, weil der Pegelstand kontinuierlich im Sinken begriffen war. Fällt der Pegel unter 1,18 Meter, können die Schubleichter von AHE die Weser nicht mehr befahren, den etwa in Hohenrode abgebauten Kies also nicht mehr nach Engern transportieren. Um die Produktion aufrechtzuerhalten, wurde das Baggerschiff deshalb nach Engern verlegt, wo sich neben Hohenrode und Großenwieden eine weitere Kiesabbaustelle befindet. Doch obwohl die Weser bereits seit Längerem wieder schiffbar ist, verharrt das Baggerschiff nach wie vor in Engern.

Sascha Wagener, nebst Dieter Eggersmann Geschäftsführer von AHE-Weserkies, erklärt, weshalb der Kiesabbau noch nicht nach Großenwieden verlegt worden ist: „Durch die lange Frostperiode Ende Februar kam die erste Verzögerung zustande. Das Baggerschiff war für drei Wochen eingefroren und konnte nicht fortbewegt werden.“ Danach seien zudem einige Reparaturen am Bagger fällig gewesen, die im AHE-eigenen Binnenhafen in Engern durchgeführt wurden. Im Anschluss daran sei zunächst ein einwöchiger Probebetrieb aufgenommen worden. „Aber wir gehen davon aus, am kommenden Dienstag oder Mittwoch das Baggerschiff nach Großenwieden zu bringen“, sagt Wagener. Dafür werden zwei Schlepper benötigt, aller Voraussicht nach einer vom Wasserschifffahrtsamt Minden, der andere vom entsprechenden Amt in Hameln.

Für die bevorstehenden Abbauarbeiten im Raum Großenwieden – am Weserufer gegenüber von Rumbeck – wurde im Dezember eine neue Kiesabbaufläche angelegt. 68,8 Hektar soll die Kiesabbaufläche betragen, die in einem schrittweisen Vorgehen entstehen soll.

Denn der Eingriff in die Landschaft soll laut Wagener gering gehalten werden, das ausgebaggerte Erdreich nach dem Kiesabbau zur „Reprofilierung der Uferbereiche“ wieder eingesetzt werden.

Schrittweises Vorgehen verhindere zudem größere Halden, so wie sie jetzt etwa eine durch die Einrichtung der Hafeneinfahrt ins Abbaugebiet entstanden ist. Nach sechs bis sieben Monaten Abbauzeit in Großenwieden werde dann wieder für in etwa dieselbe Zeitspanne in Hohenrode Kies abgebaut.

Dass der Pegelstand der für nächste Woche geplanten Verlegung des Baggerschiffs noch ein Strich durch die Rechnung macht, ist nicht zu erwarten. Auf Anfrage unserer Zeitung teilt Ute Westrup vom Wasserschifffahrtsamt Minden für heute zwar einen „ganz geringfügigen Anstieg“ des Pegels an. Aber anschließend werde der Pegel auch schon wieder leicht fallen. Der leicht erhöhte Wasserstand sei für diese Jahreszeit völlig normal. Die Schifffahrt werde dadurch in keiner Weise eingeschränkt.

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