Kultur SZ
Nicht nur bloßer SchmachtstreifenVon Niklas Thoma
Kristen Stewart als Bella Swan und Robert Pattinson als Edward Cullen in „Eclipse – Biss zum Abendrot“. Foto: TCF
Im Kino ist wieder euphorisches Kreischen angesagt: Die erfolgreiche Vampirsaga „Twilight“ geht in ihre dritte Runde. Während die ersten beiden Teile durch Herzschmerz, schmachtend leidende Blicke und zerrissene Seelen geprägt waren, darf die Geschichte in „Eclipse – Biss zum Abendrot“ nun endlich in Schwung kommen und einen Vorgeschmack auf das große Finale geben.
Während sich der schöne Vampir Edward und seine menschliche Bella bisher nur keusch und vorsichtig küssten – schließlich wäre der Schritt vom zärtlichen Kuss zum tödlichen Biss selbst bei viel Selbstbeherrschung schnell getan – und sich dann auch noch aus lauter Vernunft trennten, genießen die beiden Turteltauben nun ihre Verliebtheit. Ein bisschen gewagteres Knutschen, entspanntes Lächeln, selbst ein bisschen verspieltes Rumbalgen ist nun erlaubt. Sehr erfrischend und liebenswert.
Die Probleme rühren diesmal nicht von Edwards quälenden Selbstzweifeln, nicht gut für seine große Liebe zu sein.
Stattdessen hat der Unsterbliche leidenschaftliche Konkurrenz aus dem Wolfslager bekommen. Trotz wiederholter Abweisung hat der junge Werwolf Jacob es noch nicht aufgegeben, Bella für sich zu gewinnen und schreckt auch vor frechen Konfrontationen mit Edward nicht zurück. Zum Glück. Denn der Schlagabtausch zwischen den beiden Übernatürlichen sorgt für jede Menge Humor.
Und dann gibt es da ja auch noch Victoria, die immer noch nach Bellas Tod trachtet und deshalb in Seattle eine Armee von neugeborenen Vampiren zusammenstellt. Der Auftakt zu endlich ein bisschen Action.
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist „Eclipse“ nicht nur ein Schmachtstreifen für Pubertierende. Stattdessen wendet sich die Geschichte langsam einem breiteren Publikum zu und macht auch Kinogängern Spaß, die bisher keine hartgesottenen Vampirfans sind.
Flotter Erzählstil, eine spannende Schlacht, das Bündnis zwischen Blutsaugern und Vierbeinern – und überraschend viele Lacher. Für die sorgt vor allem Billy Burke als Bellas nichts ahnender Vater Charlie, der über die hitzköpfigen Jungs und seine verliebte Tochter nur den Kopf schütteln kann. Und keine Angst: Twilight ist dennoch immer noch Twilight.
Ungehemmtes Dahinschmelzen ist auch diesmal natürlich inklusive. Schließlich räumt auch „Eclipse“ seinem hübschen Vampir-Mensch-Pärchen wieder viel Zeit für zuckersüße Romantik ein.