Kultur SZ

Musik auf wahrhaftigen Schaumburger Orgelschätzen

Kreiskantor Wolfgang Westphal an der Orgel. Foto: cok

Rinteln (cok). „Schöne Kirchen und Orgeln im Schaumburger Land“, so umschreibt der Untertitel der „Schaumburger Sommerkonzerte“ den Schwerpunkt dieser beliebten Konzertreihe. Wer alle vier Orgelkonzerte miterleben will, wird sich auf eine kleine musikalische Reise begeben, in die Kirchen von Hülsede, Hohenrode, Bad Nenndorf und schließlich Rinteln.

Die Evangelische Aegidienkirche in Hohenrode kann vielleicht nicht mit der wertvollsten Orgel aufwarten. Dafür aber ist sie ein besonders reizvolles Gotteshaus, um das Jahr 1300 im gotischen Stil errichtet und mit wunderschönen Deckengemälden aus dem 16. Jahrhundert versehen. Hier wird am 20. Juni um 17 Uhr die Orgel ein Zusammenspiel mit der Oboe und dem Englischhorn zu bieten haben. Organist Jobst-Herrmann Koch und Oboistin Cornelia Mutzenbecher spielen ansprechende Werke von Bach bis Cesar Franck.

In Hohenrode, in der hübschen, kleinen Petri/Andreae-Kirche, steht ein wahrer Orgelschatz, ein Instrument aus der Werkstatt von Christian Vater, einem Schüler des größten Barock-Orgelbauers Arp Schnitger. „Orgeln von Arp sind die Stradivaris unter den Kirchenorgeln“, so Kreiskantor Wolfgang Westphal, der selbst ganz begeistert ist von der Hohenroder Orgel, die die Gemeinde einst gebraucht erstehen konnte, ohne zunächst zu wissen, was ihr da in die Hände gefallen war.

Die Koreanerin Seung Yon Kang aus Hamburg spielt am 27. Juni um 17 Uhr an diesem historischen Instrument Stücke aus der Renaissance und dem Frühbarock und nutzt dabei die alte Stimmung der Orgel aus, deren eigenartige Verzerrungen in manchen Tonlagen ganz besonders gut geeignet sind, um Himmel und Hölle kontrastreich einander gegenüber zu stellen. Komponisten wie Dietrich Buxtehude oder Pachelbel wussten die Besonderheiten solcher Orgel bei ihren Kompositionen zu beachten.

Am 3. Juli um 21 Uhr dann widmet sich Kreiskantor Westphal der frisch restaurierten historischen „Hillebrand/Bente“-Orgel in der St.-Godehardi-Kirche in Bad Nenndorf. Der Rintelner Musiker ist durch in seine Funktion als Orgelsachverständiger mit diesem Instrument bestens vertraut und spricht in höchsten Tönen von der Stimmgewalt dieser alten Orgel mit ihren historischen Registern. Neben Werken von Bach wird die „Orgel-Nachtmusik“ sehr meditativ ausgerichtet sein und im Programm sowohl Werke von Max Reger als auch die Träumereien von Schuhmann enthalten.

In der Rintelner Nikolaikirche am Marktplatz schließlich steht am 11. Juli um 17 Uhr Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt. Der junge, aufstrebende Organist Matthias Neumann, der in Hamburg studiert, um Kapellmeister zu werden und der bereits jetzt einen seiner Professoren vertritt, er spielt Bachs „3. Teil der Clavierübung“, eines der großen Werke von Bach, vergleichbar mit dem „Wohltemperierten Klavier“. Die Vorspiele vieler Choräle ergänzen sich darin zu einer Messeliturgie.

Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Sie stehen im Kontext eines Musikjahres, das vom „Förderkreis Musik an St. Nikolai“ und Sponsoren wie der Volksbank in Schaumburg gefördert wird.

Artikel vom 12.06.2010 - 00.00 Uhr
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