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Chef liegt leblos in der Maische – wer ist der Mörder?„Kommissar Puttlich“ (r.) hat im „Felsenkeller“ die Ermittlungen unter den Verdächtigen aufgenommen. Foto: nah
Lauenau (nah). Das grausige Ende von Arthur Hopfen ist nach gut vier Stunden restlos aufgeklärt worden. Der „Mord im Brauhaus“, den sich die Laienspielgruppe Apelern ausgedacht, in Dialogen formuliert und schließlich in Szene gesetzt hatte, begeisterte das Premierenpublikum von der ersten bis zur letzten Minute. Doch nicht nur das Ensemble wusste zu gefallen: Das Küchen- und Servicepersonal des „Felsenkellers“ steuerte seinen Teil zum Gelingen dieses ersten eigenen „Krimidinners“ bei.
Zugegeben: Ängstliche Gemüter mögen für einen Moment geschluckt haben. Das blutige Messer, das in Hopfens Rücken gesteckt hatte, wurde kurz vor der Tomatencremesuppe herumgereicht. Und so manches unliebsame Detail über den Brauereibesitzer, der leblos im Maischebottich gefunden worden war, hätte glatt den Appetit auf Rapunzelsalat und Schweinefilet im Blätterteig mindern können.
Aber sehr schnell fühlten sich die rund 70 Gäste im voll besetzten Saal als Kriminalisten: Das von den Autoren Hermann Doebel, Evelyn Möller und Jens-Peter Hirt erfundene Kriminalstück mit einer kräftigen Portion Lokalkolorit präsentierte ihnen immerhin gleich sieben Verdächtige. Prompt verlangte „Kommissar Puttlich“ (Jens-Peter Hirt) Mitarbeit: „Jeder Tisch bildet eine SoKo“.
Die Mördersuche gestaltete sich zunehmend knifflig, weil die Befragungen der so gar nicht trauernden Witwe (Andrea Riechers), des spielsüchtigen Sohnes (Thomas Reese), der intrigierenden Oberkellnerin (Kerstin Lefeber) und ihres eifersüchtigen Mannes (Ingo Borkenhagen), der listigen Köchin (Stefanie Schiffer), des auf eigene Selbstständigkeit trachtenden Zweiten Braumeisters (Tobias Möller) und des lärmenden Hausmeisters (Hermann Doebel) immer neue Wendungen hervorriefen. Zudem legte Spielleiterin und Regisseurin Evelyn Möller neue Fährten. Und dann waren es die verdächtigen Mimen, die in den Spielpausen an den Publikumstischen den Verdacht von sich abzulenken versuchten.
Nachdem „Felsenkeller“-Chefin Kirsten Hansing per Zylinder die schriftlichen Erkenntnisse aller anwesenden Hobby-Ermittler eingesammelt hatte, ergaben sich die verblüffende Auflösung des rätselhaften Falls – und ein kurzer Tumult, bis schließlich die echten Kellner Svenja und Sven Seeger beherzt die versuchte Flucht vereitelten.
Wen sie in Gewahrsam nahmen, soll an dieser Stelle nicht verraten werden, um den zu wiederholenden Ermittlungen am 4. und 5. sowie am 11. und 12. März nicht die Spannung zu nehmen. Nur so viel: Die Abende sind ausverkauft und dürften nach Ansicht des echten Brauereibesitzers Thomas Rupp dem Premierenerfolg nicht nachstehen.
Schließlich handelt es sich um das erste ureigene Schaumburger Krimidinner. Die immer beliebter werdende Kombination aus Schauspiel- und Küchenkunst hatte bisher vorwiegend britische Vorbilder. Der Mut der Apelerner Mimen, etwas sich selbst und dem gastronomischen Ambiente des Lauenauer Brauhauses „auf den Leib“ zu schreiben, war hörens- und sehenswert.